Bandscheibenvorfall – schmerzhafte Veränderung an der Wirbelsäule mit weit reichenden Konsequenzen

Selbst als erfahrener Orthopäde und Osteopath kann man über den genialen Einfallsreichtum der Evolution immer wieder staunen: So setzt sich die Wirbelsäule zum Beispiel nicht allein aus knöchernen Wirbelkörpern zusammen. Zwischen die einzelnen harten und statisch festen Elemente sind dünne scheibenähnlich geformte Knorpel eingelagert. Und erst diese als Bandscheiben bezeichneten, dämpfenden und puffernden Zwischenschichten machen eine elastisch federnde und schmerzfreie Beweglichkeit am Rücken möglich.
rückenschmerzen orthopädie freiburgEine gesunde Bandscheibe gliedert sich in eine ringförmige Struktur aus festem Faserknorpel und einen weicheren, innen liegenden Gallertkern. Beim Bandscheibenvorfall verliert der innere Gallertkern seine ursprüngliche Position. Er verrutscht, verlagert sich und übt einen erhöhten Druck auf den äußeren Faserring aus. Dieser kann durchbrechen. Dann drückt die Masse des Gallertkerns auf die hier verlaufenden Nervenbahnen bzw. Nervenwurzeln, so dass erhebliche Schmerzen und weitere Belastungen entstehen können.

Nicht immer macht ein Bandscheibenvorfall Schmerzen und starker Rückenschmerz muss nicht immer von einem Bandscheibenvorfall herrühren!

Entgegen der weit verbreiteten Meinung kann ein Bandscheibenvorfall auch keine oder nur schwache Schmerzen im Rücken verursachen. Und wie sich in der orthopädischen und osteopathischen Praxis immer wieder zeigt, wird der Stellenwert von veränderten Bandscheiben für Rückenschmerzen und Rückenprobleme oft überschätzt. Als Orthopäde und Osteopath bin ich schon zahlreichen Patienten mit ausgeprägter Degeneration der Bandscheiben oder auch einem im MRT klar sichtbaren Bandscheibenvorfall begegnet, deren Rückenschmerzen jedoch ganz andere Ursachen hatten als den nachgewiesenen Bandscheibenvorfall und sich daher einfach und gut behandeln ließen.


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Aus diesem Grund ist es zwingend notwendig, auch mit alternativen Methoden ganz genau hinzusehen, wenn Sie etwa schon länger Beschwerden im Bereich des Rückens haben. Trotz gründlicher schulmedizinischer Diagnostik lassen sich die allermeisten Rückenschmerzen nicht alleine auf Veränderungen an den Bandscheiben zurückführen.

Was zählt, ist ein sehr offener Blick in der diagnostischen Abklärung

Grundsätzlich macht sich der Bandscheibenvorfall bei vielen Patienten mit Symptomen wie akutem Schmerz, plötzlicher Unbeweglichkeit, Verspannungen, Missempfindungen an den Extremitäten, Taubheitsgefühlen und sogar Lähmungserscheinungen bemerkbar. Da solche Phänomene aber immer auch andere Ursachen und Auslöser haben können, muss die gründliche Untersuchung und die genaue Erfassung Ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte im Fokus stehen.
Der Ausschluss funktioneller Störungen an Rücken und Wirbelsäule ist von größter Bedeutung. Vorhandene Probleme mit der Steuerung von Körperhaltung und Bewegung sowie insbesondere eine zu schwach ausgeprägte tiefe Rückenmuskulatur, verkrampfte und überlastete Muskulatur oder aktive Triggerpunkte können sich in Symptomen äußern, wie sie auch für den Bandscheibenvorfall charakteristisch sind.

Neben der Untersuchung des Rückens einschließlich Muskulatur, Haltung, Beweglichkeit und Neurologischen Status muss sich die diagnostische Abklärung aber auch nach innen auf die großen Körperorgane und die Psyche des Patienten richten. Rückenschmerz, Rückenstechen und andere Beschwerden lassen sich manchmal auch auf innere Organe wie den Magen, den Darm, die Gallenblase oder die Gebärmutter zurückführen. Im übrigen müssen auch immer Psycho-Soziale Faktoren mit berücksichtigt werden um einen guten Therapieerfolg erzielen zu können.

Als Orthopäde und Osteopath setze ich den Fokus schon in der Diagnose ganzheitlich

cmd freiburgUnsere besondere Herangehensweise in ihrer sinnvollen Kombination aus orthopädischer Schulmedizin und alternativen Heilmethoden ebnet den Weg, um Ihre gesundheitliche Situation so zu betrachten, wie es im Zusammenhang mit Rückenschmerzen und einem eventuellen Bandscheibenvorfall nötig ist: Wir betrachten die Dinge ganzheitlich und können daraus entscheidende diagnostische Anhaltspunkte gewinnen.
So kann der oftmals mit einem Bandscheibenvorfall assoziierte lumbale Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule bei vielen Patienten aus einer Funktionsstörung dieses Wirbelsäulenabschnitts resultieren. Als Ursache kommen häufig aber auch die Iliosakralgelenke im Bereich des Beckens in Frage. An ihnen kann eine kombinierte Veränderung mit muskulären Verspannungen oder Triggerpunkten vorliegen, die ihre Ursache als absteigende Kette ausgehend von einer Störung der Kopfgelenke im Zusammenhang mit einer Cranio-Mandibulären Dysfunktion CMD hat; oder das Krankheitsgeschehen spielt sich in einer aufsteigenden Kette, ausgehend von Störungen im Bereich der Fußwurzeln und des Sprunggelenks ab.

Bandscheiben-OP – ja oder nein?

Ausgehend von der intensiven Diagnose des einzelnen Patienten, bei der wir das besondere Augenmerk auf ganzheitliche Zusammenhänge und ursächliche Verkettungen im Körper legen, werden wir Ihnen nur dann zur Operation eines Bandscheibenvorfalls raten, wenn bei Ihnen schon Nervenausfälle vorliegen und eine intensive Therapie mit konservativen Mitteln ohne Erfolg geblieben ist.
Sollte sich die Notwendigkeit einer OP auf Basis der sorgfältigen neurologischen Untersuchung ausschließen lassen, kümmern wir uns im Rahmen einer umfassend geplanten und strukturierten Therapie um Sie:

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