Kalkschulter – Tendinosis Calcarea

Als primär muskulär geführtes Gelenk ist die Schulter das beweglichstes Gelenk des menschlichen Körpers, ist jedoch gleichzeitig auch sehr anfällig für Überlastungen und Verletzungen. Mit Beschwerden an der Schulter ist oft eine große Einschränkung der Bewegungsfreiheit und damit auch der Lebensqualität verbunden. Neben Impingement-Syndrom, Schultersteife (frozen shoulder) und einem Riss der Rotatorenmanschette ist die sog. Kalkschulter ein häufiger Schmerzauslöser.

Entstehung und Verlauf einer Kalkschulter

Eine Kalkschulter (der Mediziner spricht von Tenonosis calcarea) entsteht durch kalkartige Ablagerungen (Kalkdepots) in Sehnen und Sehnenansätzen. Sie kommen überwiegend in der Rotatorenmanschette vor, also in der Sehnenkappe, die das Schultergelenk umgibt. Ihre vier Sehnen ummanteln das Schultergelenk und verlaufen in einem engen knöchernen Kanal zwischen Oberarmkopf und Schulterdach. Sie sind verantwortlich für die Bewegung und die Stabilisierung des Schultergelenks. Die Kalkdepots befinden sich in 9 von 10 Fällen in der Sehne des Musculus Supraspinatus, der vor allem für das Anheben und die Außenrotation des Armes verantwortlich ist.
Die Entstehung der Kalkablagerungen bei einer Kalkschulter kann Jahre dauern und daher lange unbemerkt bleiben. Die lokale Minderdurchblutung der Sehne der Rotatorenmanschette führt zunächst dazu, dass Chondrozyten innerhalb des Sehnengewebes beginnen Faserknorpel anteile zu bilden. Im weiteren Verlauf lagert sich in das Faserknorpelgewebe dann Kalk ein. Je nachdem, wie stark diese Kalkeinlagerungen sind, kommt es zu einer Anschwellung der Sehne. Durch die Verkalkung wird Druck auf den Schleimbeutel sowie die anderen Sehnenanteile der Rotatorenmanschette ausgeübt, was eine sehr schmerzhafte Reizung auslösen kann. Vor allem Überkopf-Tätigkeiten oder Drehbewegungen des Arms sind dann mit erheblichen Schmerzen verbunden. Im weiteren Verlauf treten vor allem nachts starke Ruheschmerzen auf, aber auch akute und sehr heftige Schmerzattacken im vorderen äußeren Schulterbereich, die in den Oberarm ausstrahlen. Betroffene Patienten beschreiben diese Schmerzen oftmals als kaum erträglich.

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Wie diagnostiziert der Orthopäde eine Kalkschulter?

Äußerlich zeigt sich an der Schulter keine Veränderung. Die genaue Anamnese und die Schilderungen der Beschwerden in der orthopädischen Sprechstunde lässt den Schluss zu, dass möglicherweise eine Kalkschulter vorliegt. Um die Diagnose abzusichern, wird der Orthopäde spezielle Funktionstests und einen Ultraschall durchführen. Die sonographische Untersuchung zeigt, wo sich das Kalkdepot befindet und wie stark die Entzündung des Schleimbeutels, die meist begleitend auftritt, ist. Angefertigt wird ggf. auch ein Röntgenbild in 2 Ebenen, um Größe und Verlauf standardisiert darstellen zu können. Eine Kernspintomograpie (MRT) ist nur selten notwendig, und nur dann, wenn weitere begleitende Sehnenverletzungen oder Degenerationen vermutet werden.

Konservative Therapie der Kalkschulter hat Vorrang vor Operation

Im Vordergrund einer Therapie stehen zunächst immer konservative Maßnahmen, mit denen dem Patienten eine Operation erspart bleibt. Ziel ist es dabei, primär den Reizzustand der Sehne zu reduzieren und so wieder eine ungehinderte und schmerzfreie Bewegung zu erreichen. Ein komplettes Auflösen der Verkalkung ist meist nicht erforderlich, damit die Schulter wieder uneingeschränkt Bewegt werden kann.
In unserer Praxis für Orthopädie und Osteopathie verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz. Das bedeutet, dass wir kombinierte Therapieverfahren anwenden. Die Therapieplanung ist dabei immer individuell, ausgerichtet an das jeweilige Ausmaß und Stadium der Kalkschulter. Zugrunde gelegt werden dabei Beschwerdebild und Situation des einzelnen Patienten.
Therapiemethode der ersten Wahl ist bei der Tendinosis calcarea die fokussierte extrakorporale Stoßwelle (ESWT). Ein versierter und im Bereich der Stoßwelle erfahrener Orthopäde kann mit der ESWT hervorragende und nachhaltige Behandlungsergebnisse erzielen. Mithilfe der fokussierten Stoßwelle werden exakt die Verkalkung und die umliegenden entzündlichen Strukturen behandelt. Der Effekt beruht dabei auf dem Auslösen eines Heilungsprozesses, bei dem zunächst der Schmerz und der entzündliche Reiz verringert werden und sodann die Verkalkung aufgelöst bzw. verkleinert wird.
Ergänzt wird die ESWT der Sehne durch eine Triggerpunkt Behandlung der Schultermuskulatur, hierbei wird neben der Stoßwelle gelegentlich auch die Methode des Dryneedling (trockenes Nadeln) eingesetzt. Dabei wird der Triggerpunkt mit einer kleinen Akupunkturnadel gestochen, diese Mikroverletzung führt zur Erhöhung der Durchblutung und damit der Sauerstoffversorgung der betroffenen Muskelfasern, dies ermöglicht die Regenartion und löst die Verspannung im Triggerpunkt.
Spezielle Techniken aus dem Bereich der Osteopathie unterstützen die Refunktionalisierung der Muskulatur und können den Heilungsverlauf günstig beeinflussen bzw. beschleunigen.
Begleitend zu den ganzheitlichen orthopädischen Therapien erfolgt bei einer Kalkschulter immer auch eine gezielte physiotherapeutische Behandlung. Diese ist wichtig, um die die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit der Schulter zu erhalten.
Bei einer stark ausgeprägten Reizung der Rotatorenmanschette (sog. Tendinitis) ist in manchen Fällen auch das PRP-Verfahren (plättchenreiches Plasma) eine Option. Dabei handelt es sich um eine Methode aus dem Bereich der biologisch-regenerativen Medizin, bei der körpereigene Stoffe zur Anwendung kommen.
Wenn Sie an Schulterschmerzen leiden, zögern Sie nicht, uns anzusprechen. In unserer ganzheitlichen Praxis für Orthopädie und Osteopathie in Freiburg sind wir Ihr Spezialist für Schulterschmerzen.

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