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Knieschmerzen

Das Kniegelenk ist das komplexeste, größte und empfindlichste Gelenk des menschlichen Körpers. Knieschmerzen sind für den Betroffenen belastend und schränken nicht nur die Lebensqualität, sondern oftmals auch die Arbeits- und Sportfähigkeit deutlich ein.

Die Ursachen für Beschwerden im Kniegelenk können zahlreich sein.  Am häufgsten sind sog. funktionelle Knieschmerzen, die auf muskuläre Beschwerden, Reizungen des Kapsel-Band-Apparates oder Sehnenreizungen wie das Pesanserinussyndrom oder Patellaspitzensyndrom zurückzuführen sind.

Ein erhöhtes Risiko für Knieverletzungen haben vor allem sportlich aktive Menschen. Zu den häufigsten zählen der Meniskusriss und der Kreuzbandriss – oftmals ausgelöst durch einen Unfall.

Aber auch eine chronische Überlastung, die einen Gelenkverschleiß (Arthrose) nach sich zieht, kann ursächlich für die Schmerzen verantwortlich sein. Daneben existiert eine Reihe weiterer Erkrankungen, die zu Beschwerden im Kniegelenk führen. Um die individuell optimale Behandlung mit dem Ziel der Schmerzfreiheit oder Schmerzlinderung einleiten zu können, ist immer eine frühzeitige und exakte Diagnose durch einen versierten Orthopäden notwendig.

Bei Schmerzen im Knie muss zwischen akuten und chronischen Beschwerden unterschieden werden. Akute Schmerzen treten plötzlich auf und werden meist durch einen Unfall oder ein Trauma ausgelöst.

Funktionelle Knieschmerzen: Nicht immer liegt die Ursache im Knie

Während akute, strukturell bedingte Schmerzen vielfach Folge eines akuten Traumas sind, entstehen funktionelle Knieschmerzen oftmals aufgrund einer unphysiologischen Beanspruchung oder Überbelastung des Gelenkes. Nicht selten entstehen Knieschmerzen durch Dysbalancen im Kapsel-Band-Apparat oder in der Muskulatur. Häufig sind beispielsweise funktionelle Störungen wie ein Beckenschiefstand eine Fußfehlstellung oder muskuläre Dysbalancen verantwortlich. Sie führen zu einer Veränderung der Körperstatik, die nicht nur Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, sondern auch im Knie auslösen können. Auch muskuläre Verspannungen und sog. Triggerpunkte, die durch andauernde Fehl- / Überbelastung aufgetreten sind, können schmerzursächlich sein. Hier gilt es die verantwortlichen Strukturen und Dysbalancen aufzudecken, um einen langfristigen Therapieerfolg und Schmerzfreiheit der Kniegelenke zu erreichen.

Sehnenreizung: Vielfach Auslöser eines funktionellen Knieschmerzes

Häufige Ursache eines funktionellen Knieschmerzes sind auch sog. Tendinopathien. Damit bezeichneten wir, in der Regel durch Überlastung entstandene, Sehnenreizungen z.B. der Kniescheibensehne (Patellasehne) oder der Adduktoren-Muskulatur (pes anserinus).

Die Patellasehne ist die Verbindung zwischen Oberschenkelmuskel und Kniescheibe (Patella). Das sog. Patellaspitzensyndrom wird auch als „Jumpers Knee“ bzw. Springer Knie bezeichnet, da die Erkrankung häufig bei Sportlern vorkommt, die Sportarten mit einem hohen Sprunganteil ausführen. Jedoch können auch Menschen, die gar keinen Sport oder andere Sportarten ausüben, betroffen sein. Ein Patellaspitzensyndrom entsteht durch ungewohnte Belastungen auf das Knie oder die Patellasehne.

Pes anserinus bezeichnet eine Sehne, die durch die Sehnen dreier Muskeln an der Innenseite des Oberschenkels gebildet werden und sich zu einer gemeinsamen Sehne im vorderen mittleren Bereich des Schienbeinkopfes etwas unterhalb des Kniegelenkspaltes befindet. Das sog. Pes-anserinus-Syndrom liegt vor, wenn eine Entzündung in dieser Sehne und ihrem Knochenansatz besteht. Ursache der Erkrankung, die leicht mit einem Meniskusproblem verwechselt wird, sind vielfach Dysbalancen, Überbelastungen, Zerrungen oder chronische Verspannungen dieser Muskelgruppe. Typisch sind Schmerzen an der Innenseite des Kniegelenkes, die oftmals mit Berührungsempfindlichkeit einhergehen. Nicht selten sind auch schmerzhafte Verspannungen oder aktive Triggerpunkte der Adduktoren-Muskulatur die eine Schmerzausstrahlung ins pes anserinus verursachen ein Grund für die Beschwerden. Hier kann es einen Zusammenhang mit einem Beckenschiefstand geben, der aufgrund einer Blockade des Iliosakralgelenkes (ISG) entstehen kann. Mit einer gründlichen Untersuchung und Diagnostik durch den Orthopäden wird die individuelle Ursache für den Schmerz ermittelt und einer entsprechenden Therapie (vgl. unten) zugeführt.

Knieschmerzen durch Gelenkverschleiß

Eine chronische Überlastung des Kniegelenks führt irgendwann zu einem Gelenkverschleiß, einer Arthrose. Dabei handelt es sich um eine degenerative Erkrankung, die durch eine kontinuierlichen Reizzustand im Gelenk und die damit verbundene Abnutzung des Gelenkknorpels entsteht. Der Knorpel wird nach und nach aufgeweicht, abgenutzt, bis schließlich im Endstadium der komplette Knorpel aufgebraucht ist und Knochen auf Knochen reibt, was starke Schmerzen im Knie hervorruft. Auch wenn eine Arthrose häufig in höherem Lebensalter entsteht, also eine altersbedingte Erkrankung ist, spielen auch Risikofaktoren wie Gelenkverletzungen, Bewegungsmangel oder Übergewicht bei der Entstehung eine Rolle. „Heilen“ kann ein arthrotisch aufgebrauchter Knorpel nicht mehr, da die Schmerzen jedoch im Wesentlichen auf den Reizzustand des Gelenkes zurückzuführen sind, kann man den Arthroseschmerz aber oft gut Behandeln und das Fortschreiten der Erkrankung zumindest verlangsamen.

Knieschmerzen bei Kindern

Auch bei Kindern – vor allem bei solchen, die sportlich aktiv sind – treten nicht selten Kniebeschwerden auf, die vielfach durch Reizungen bzw. Erkrankungen der Patellasehne ausgelöst werden. Je nach Lokalisation handelt es sich dabei um die sog. Sinding-Larsen-Krankheit oder das Patellaspitzensyndrom oder den Morbus Osgood-Schlatter (unterer Bereich der Patellasehne). Beide Erkrankungen sind gutartig und weisen bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung eine gute Prognose auf. Die Therapie erfolgt stets konservativ also ohne Operation.

Akute Knieschmerzen durch Knieverletzungen – Beispiele

Ganzheitlicher Ansatz bei Knieschmerzen

Ob akuter oder chronischer Knieschmerz und unabhängig davon, ob der Schmerz an der Innen- oder Außenseite des Knies lokalisiert ist: Im Rahmen einer ganzheitlich ausgerichteten Orthopädie wird zunächst ermittelt, wo die grundlegenden Ursachen der Schmerzen liegen. Ziel der Therapie ist es sodann, diese Ursachen zu behandeln, um für den Patienten eine dauerhafte Beschwerdefreiheit zu erreichen.

Orthopädische Diagnostik bei Kniegelenksbeschwerden

Um Dauerschäden und eine Chronifizierung zu vermeiden, sollten Knieschmerzen grundsätzlich von einem versierten Orthopäden diagnostisch abgeklärt werden. Neben der ausführlichen Anamnese und verschiedener Funktionstests sind auch bildgebenden Diagnostik durch Ultrachall und zum Teil auch Röntgen oder MRT wichtig, um Informationen über Art und Ursache der Knieschmerzen zu erhalten.

Behandlung von Knieschmerzen

Die Behandlung der Kniebeschwerden richtet sich nach der Ursache, die der Orthopäde bei den Untersuchungen diagnostiziert hat.

In unserer ganzheitlich orientierten Privatpraxis für Orthopädie und Osteopathie in Freiburg beginnen wir bei Schmerzen am Knie zunächst mit der manualtherapeutischosteopathischen der Gesamtstatik, angefangen an der Becken-Bein-Kette, denn auch eine Fußwurzelblockierung oder eine Blockierung im Bereich der Iliosakralgelenke kann mit für die Beschwerden verantwortlich sein. Dabei legen wir auch besonderen Wert auf die Behandlung der Muskulatur und Iihrer Triggerpunkte. Neben manuellen Techniken kommen hier auch häufig die Triggerpunkt-Akupunktur und die Stoßwellentherapie (ESWT) ist ein nicht-invasives Verfahren, mit dem sich viele Ursachen von Knieschmerzen gut behandlen lassen. Wir setzen sie u.a. in der Triggerpunktbehandlung und bei der Behandlung von gereizten Sehnenansätzen ein.

Neben der orthopädischen Behandlung der Kniebeschwerden ist zudem ein spezielles häusliches Training anzuraten, um die betroffenen Strukturen zu kräftigen. Für das häufig auftretende Krankheitsbild des Patellaspitzensyndromes haben wir beispielsweise ein spezielles Eigenübungsprogramm entwickelt, das wir Ihnen in unserem Servicecenter zum Download anbieten.

Vor allem bei entzündlichen Prozessen im Knie sowie bei Arthrose im Kniegelenk zeigt eine Injektionstherapie mit Platlet Rich Plasma – PRP und/oder Hyaluronsäure  vielfach gute Erfolge und sind fester Bestandteil unseres Therapiekonzeptes.

Sind für die Beschwerden statische Dysfunktionen, Fußfehlstellungen oder eine anatomische Beinlängendifferenz verantwortlich, kann im ersten Schritt eine Einlagenversorgung erfolgen. Individuell angefertigte Spezialeinlagen sind hervorragend zur Behandlung von statisch ausgelösten Beschwerden des Haltungs- und Bewegungsapparates geeignet.

Knieschmerzen und Kniebeschwerden ernst nehmen

Viele Erkrankungen des Kniegelenks lassen sich erfolgreich konservativ, das heißt ohne Operation, behandeln. Um vorzeitigem Verschleiß oder einem chronischen Verlauf rechtzeitig entgegenzuwirken, sollte jedoch bei Knieschmerzen immer die umgehende Vorstellung beim Orthopäden erfolgen. Mithilfe einer ausführlichen und ganzheitlichen Diagnostik lassen sich die Ursachen ermitteln und eine zielgerichtete Therapie einleiten.

Bei einem schmerzenden Knie stehen wir Ihnen in unserer Privatpraxis für Orthopädie und Osteopathie in Freiburg gerne zur Verfügung. Unser Ziel ist es, Ihnen mit abgestimmten Behandlungsmodulen und einem individuellen Therapieplan wirksam und schnell zu helfen, um Lebensqualität und Mobilität wiederherzustellen.

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